Kinderschutz im Rettungsdienst

Arbeitskreis Kinderschutz im Rettungsdienst

Rettungsdienstliche Einsätze führen auch dorthin, wo Familien leben. Einsatzkräfte begegnen Kindern sowohl als Patient:innen als auch als Angehörigen, in akuten Krisen ebenso wie in deren Alltag. Der Rettungsdienst ist dabei auch mit Anhaltspunkten für eine Kindeswohlgefährdung konfrontiert. Etablierte Kinderschutzstrukturen bestehen in diesem Bereich bislang im Regelfall jedoch nicht.

Ausgangslage

In der stationären Versorgung ist der Kinderschutz fest verankert: Kinderschutzgruppen und Kinderschutzmediziner:innen bringen dort täglich ihre Expertise ein. Auch im ambulanten Sektor wächst die Sensibilität für das Thema, und die sektorübergreifende Vernetzung mit den Kliniken gelingt zunehmend besser. Die präklinische Notfallmedizin liegt zwischen diesen Versorgungsbereichen und ist mit vergleichbaren Herausforderungen konfrontiert, jedoch weitgehend ohne über entsprechende Strukturen zu verfügen.

Lehrbücher und Ausbildungspläne des Rettungsdienstes behandeln durchaus körperliche und teilweise sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Ein differenzierter Blick auf das breitere Feld der Kindeswohlgefährdung fehlt bislang in der Fläche. Da der Rettungsdienst in der Zuständigkeit der Länder liegt und auf Landkreisebene organisiert ist, bestehen für kinderschutzrelevante Einsatzsituationen zudem sehr unterschiedliche Regelungen und Vorgehensweisen – wenn sie überhaupt schon bestehen.

Gründung und Arbeitsauftrag

Um das zu verändern, wurde auf der Mitgliederversammlung 2026 der DGKiM der Arbeitskreis „Kinderschutz im Rettungsdienst“ gegründet. Das konstituierende Treffen fand am 28.08.2026 online statt und diente der Verständigung über die künftige Arbeitsweise sowie erste Projekte. 

Der Arbeitskreis befindet sich im Aufbau. In Anlehnung an die Satzung der DGKiM versteht er seinen Auftrag darin,

  • kinderschutzrelevante Aspekte des präklinischen Arbeitsfeldes systematisch zu erheben,
  • bestehende Strukturen sichtbar zu machen sowie Erfahrungswerte, Problemstellungen und Lösungsansätze herauszuarbeiten,
  • Informationen und praxisnahe Handreichungen für Einsatzkräfte bereitzustellen,
  • das Themenfeld wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Übergeordnetes Ziel ist es, kinderschutzmedizinisches Handeln in die präklinischen Versorgungsstrukturen zu integrieren und Einsatzkräften rechtssichere sowie praxistaugliche Handlungswege aufzuzeigen. Die inhaltlichen Schwerpunkte werden derzeit erarbeitet und ergeben sich maßgeblich aus den Rückmeldungen der an einer Mitarbeit Interessierten.

Mitarbeit

Der Arbeitskreis ist auf eine möglichst breite interdisziplinäre Zusammensetzung angelegt. Besonders freuen wir uns über die Mitwirkung von Rettungsfachpersonal und Notärzt:innen, die in der DGKiM bislang nur vereinzelt vertreten sind. Ausdrücklich willkommen ist ebenso die Expertise von Fachkräften aus Kindernotaufnahmen, Sozialdiensten und der ambulanten Versorgung. Wir bitten darum, den Aufruf in Kliniken und in den umliegenden Rettungsdienstbereichen weiterzugeben.

Sprecher: Dr. med. Tobias Sambale, tobias.sambale@venimecum.de

Stellvertretende Sprecherin: Marita Meissner M.A., marita.meissner@fh-muenster.de

 

Nach oben scrollen