Jahrestagung 2026
Die 17. Jahrestagung fand vom 07. bis 09.05.2026 in Potsdam statt.
Die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin e. V. (DGKiM) veranstaltete vom 07.05. bis 09.05.2026 ihre 17. Jahrestagung in Potsdam. Diese Tagung bringt Fachleute aus Medizin, Psychologie, Pflege, Jugendhilfe und weiteren relevanten Disziplinen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im medizinischen Kinderschutz auszutauschen.
Unser Ziel ist es, den interdisziplinären Dialog zu fördern und neue Impulse für die Prävention, Diagnostik und Versorgung bei Kindeswohlgefährdung zu setzen. Dazu gehören wissenschaftliche Vorträge, praxisnahe Workshops und Raum für intensiven fachlichen Austausch.
Die Präsidentschaft dieser regelmäßig stattfindenden Tagung rotiert jährlich. Im Jahr 2026 war es für die operative und konservative Kindermedizin sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie der Klinikgruppe Ernst von Bergmann eine Ehre diese Veranstaltung ausrichten zu können. Frau Dr. med. Petra Degenhardt als Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie fungierte als Tagungspräsidentin und freute sich darauf, zahlreiche Besucher im Mai 2026 in der Brandenburgischen Landeshauptstadt zu dieser Tagung begrüßen zu dürfen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie unter:
Bericht zur Jahrestagung 2026 in Potsdam
Die 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) hat vom 07. bis 09. Mai 2026 in Potsdam, der Landeshauptstadt von Brandenburg, stattgefunden.
Über 320 Teilnehmende waren in Potsdam vor Ort und haben sich an zweieinhalb Tagen intensiv zum Thema „Kinder haben ein Recht – auf Kinderschutz und Kinderrechte“ ausgetauscht.
Die Jahrestagung wurde durch ein Team der operativen und konservativen Kinder- und Jugendmedizin und der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Ernst von Bergmann Klinik-Gruppe in Potsdam organisiert.
Kinderrechte orientieren sich an den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen, wie dem Schutz vor Gewalt in der Erziehung, ihrer Förderung durch Bildung und ihrem Recht auf Beteiligung. Kinderrechte sichern Kindern grundlegende Freiheiten und beste Bedingungen für ihre individuelle Entwicklung zu.
Wir konnten an den drei Säulen der Kinderrechte – Partizipation, Protektion und Provision – unseren Beitrag darstellen, Kinderrechte umzusetzen und versuchten aufzuzeigen, wo noch große Lücken in der Umsetzung bestehen. Dass diese bestehen, zeigt auch der aktuell veröffentlichte Kinderrechte-Index 2025 zur Umsetzung der Kinderrechte in den verschiedenen Bundesländern.
Unsere diesjährige DGKiM-Jahrestagung 2026 hat mit 4 gut besuchten Workshops bereits am Donnerstagnachmittag begonnen. Über 120 Teilnehmende haben ihr Wissen zu verschiedenen Themen vertiefen und sich austauschen können. Wichtige Themen waren:
- Von der Befunderhebung zur Dokumentation – Praxisorientierte Grundlagen der (vertraulichen) Spurensicherung
- Kindgerechte Gesprächsführung – zwischen Kindeswohl und Kindeswillen
- „NEIN! Ich will das nicht" – Einverständnis mit Kindern aushandeln
- Entwicklung von institutionellen Schutzkonzepten
Am Donnerstagabend gab es zum get-together im historischen Kino Thalia, mit einer über 100jährigen Geschichte, nicht nur ein sehr leckeres, durch Oberärztinnen der Kinder- und Jugendklinik selbst hergestelltes Buffet, sondern auch einen tollen ersten Austausch und den Film „Der Junge muss mal an die frische Luft“. Die Lebensgeschichte von Hape Kerkeling ist eine Geschichte von Kinderrechten und Kinderschutz!
Der Start des wissenschaftlichen Programms am Freitag früh war durch 4 außergewöhnliche Grußworte geprägt. Diese wurden vorgetragen von:
- Frau Noosha Aubel, als Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam
- Frau Katrin Krumrey, Landes- Kinder- und Jugendkoordinatorin Brandenburg und Schirmherrin der sich gerade gründenden Kinderschutzambulanzen in Brandenburg
- Prof. Dr. Eva Schmitt-Rodermund, als Hausherrin und Präsidentin der Fachhochschule Potsdam, sowie
- Lea Bräunling, eine junge Frau mit chronischer Erkrankung und Studierende im Lehramt, die uns sehr emotional gezeigt hat, was Kinderrechte und EACH-Charta aus Sicht einer Betroffenen noch zu wünschen übrig lassen, aber auch, was durch persönliches Engagement schon umgesetzt ist.
Im folgenden wissenschaftlichen Programm am 08. und 09. Mai 2026 wurde in 6 Sitzungen die Vielfalt der Kinderrechte und deren Umsetzung im Rahmen des Kinderschutzes multi- und interprofessionell an den verschiedenen fachlichen Stellen diskutiert und vorgestellt.
Das Thema des Einführungsvortrages „Die Rechte und das Wohl der Kinder als Patienten und Bürger – eine kinderethische Perspektive“ hat uns in die Thematik der Medizinethik und Kinderschutz eingeführt.
Folgende Themen wurden diskutiert:
- Kinderrechte & UN-Konvention: Einordnung und Umsetzung in der Kinder- und Jugendmedizin
- Der Beitrag der Frühen Hilfen zur Förderung eines gesunden Aufwachsens und von Chancengerechtigkeit
- Recht haben und Recht kriegen – Rechte von Kindern und Jugendlichen im familiengerichtlichen Verfahren
- Kinderschutz und Partizipation. Die Herausforderungen bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung von intersektionalen Problemlagen
- Umsetzung der Kinderrechte und die Sicherung des Kindeswohls im Kontext der Eltern-Kind-Interaktion
Kinderschutz beginnt mit Hinsehen – Perspektive des Medizinischen Dienstes - Unfall, Vernachlässigung oder Misshandlung? Thermische Verletzungen als Herausforderungen im Kinderschutz
- Thüringer Kinderschutzambulanz – best practice Beispiel
- Fallbeispiel medizinischer Kinderschutz – Der eigene Kinderschutzauftrag und Einbezug medizinischer Einrichtungen in die Einschätzung der KWG
- Kinderschutzaspekte bei Long-/Post-Covid und ähnlichen Erkrankungen
- Große Themen für kleine Leute?! Katastrophen im Kinderbuch: notwendig oder gefährlich?
- Kinderrechte verändern den Klinikalltag – Kinder hören, Chancen suchen
- Kinder als Opfer von Gewalt: Das neue Opferentschädigungsgesetz (SGB XIV) im Fokus von Kinderrechten und Kinderschutz
- Folgen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) und des Krankenhausanpassungsgesetzes (KHAG) für Kinderkliniken und Kinderschutz
- Schütteltrauma bei Gericht – die Rolle von sachverständigen Zeugen und Gutachtern
- Aktuelle Literaturvorstellung zum Thema Kinderschutz
- Kinderschutz in der Arztpraxis 2025 – Ergebnisse der Bedarfsabfrage
- Digitale Grundrechte: elektronische Patientenakte (ePA) und Kinderschutz
Ein Höhepunkt war der Auftritt des Potsdamer Kinderzirkus Montelino, der am Freitag Teile seines Programms zum Thema Kinderrechte vorgetragen hat.
Am Samstagmorgen haben wir im Rahmen des Posterfrühstücks tolle Poster aus dem Bereich der Fachhochschule Potsdam und der Seminarabeit zur „Kindheitserziehung“ diskutiert, über 15 Studierende haben ihre Seminararbeiten vorgestellt. Darüber hinaus gab es u.a. sehr spannende Poster zur Beurteilung von Frakturen im Kontext von Kinderschutz und Erkennung von Kindeswohlgefährdung, Kinderschutz bei chronischen Erkrankungen, Kinderrechte und UN-Konvention sowie zum Thema weibliche Beschneidung.
Die gemeinsame studentische wissenschaftliche Arbeit wurde dann auch mit dem Posterpreis der DGKiM-Jahrestagung 2026 mit 500 € Preisgeld gewürdigt.
Begleitet wurde die Jahrestagung an beiden Tagen durch einen Markt der Möglichkeiten, auf dem sich verschiedene regionale und überregionale Player im Kinderschutz dem aktiven Austausch gestellt haben. Auch ihnen wollen wir danken:
Zum intensiven Netzwerken war nicht nur in den Pausen ausreichend Zeit und gute Stimmung, sondern auch zum Gesellschaftsabend in der Biosphäre in Potsdam. Die Biosphäre als Naturerlebniswelt im Herzen von Potsdam beherbergt ca. 20.000 prächtige Tropenpflanzen und ca. 135 exotische Tierarten, die individuell „gesucht und gesehen“ werden konnten. Der Abend war für 120 Teilnehmende geprägt durch Zeit für Networking, gute Gespräche, leckeres regionales Essen sowie von einem DJ bestens präsentierter Musik zum Tanzen.
Am Samstagnachmittag konnte dann die Tagungsglocke an das nächste Organisationsteam für die nächste DGKiM-Jahrestagung nach Dortmund, Duisburg und Witten vom 22.-24.04.2027 übergeben werden. Thematisch wird es um „Kinder am Rand der Gesellschaft“ gehen.
Abschließend möchten wir uns bei allen, die uns bei der Vorbereitung unserer Jahrestagung 2026 unterstützt haben, ganz herzlich danken. Besonderer Dank gilt der Fachhochschule Potsdam, Frau Prof. Borck, Frau Sonntag und Frau Weichelt von der Fachhochschule Potsdam, der Cateringfirma whga – Gastronomie & Catering GmbH Potsdam, Herrn Kessler und Herrn Dörfel vom Veranstaltungsmanagement des Klinikum Ernst von Bergmann sowie Frau Siefke und Frau Herzog von der Unternehmenskommunikation des KEvB Potsdam u.v.a.m.

